Geburtsstätte der organisierten deutschen Rassegeflügelzucht feiert Renaissance der eigenen Erzgebirgsschau
Das Ziel, die Gründungsstätte der organisierten
Rassegeflügelzucht mit einer eigenen Erzgebirgsschau noch mehr zu beleben, das
sich der RGZV Annaberg 1845 e.V. auf die Fahnen geschrieben hat, wurde mit der
am 19. bis 21. Oktober stattgefundenen 5.
Erzgebirgsschau mehr als erfüllt. Im historischen Zentrum des Erzgebirges wurde
1845 die „Buchholzer Taubeninnung“ als nachweisbar erste organisierte
Taubenzüchtervereinigung der Welt gegründet, worauf die Gründungen anderer
Geflügelvereine in der Umgebung um 1849 folgten. Damit liegen diese
Gründungsdaten auch noch vor der Gründung des allerorts bekannten Görlitzer
Vereins.
Bis
1951 fanden bereits 4 Erzgebirgsschauen in
Chemnitz statt. Anno 2007 wurde nun geladen zur 5. Erzgebirgsschau in
Annaberg-Buchholz. Und die Züchterschaft ließ es sich nicht nehmen und zeigte
mit ihrer enormen Meldefreudigkeit die Verbundenheit zu ihrer
traditionsbelagerten Züchterregion. Über 2700 gemeldete Tiere waren ein riesiges
Kontingent für solch eine Schau und machten sie nach der Lipsia zur zweitgrößten
Rassegeflügelschau im Freistaat. Doch nicht nur mit der Tierzahl setzte diese
Schau Maßstäbe – auch die Rahmenbedingungen waren absolut „V-verdächtig“: Eine
licht- und luftdurchflutete Halle bot
sich dem Rassegeflügel bei zweistöckigem Aufbau und anderswo kaum realisierbarer
Gangbreite. Das Flair dieser Schau brachte einfach jedem Züchter ins Schwärmen.
Im Eingangsbereich prima ausgestaltete Zier- und Rassegeflügelvolieren, in
Mitten wunderschönen Schaugeflügels luden Tischgarnituren zu Züchtergesprächen
ein, auch wurden Antiquitäten wie alte Brüter oder Schaukäfige, wie sie
heute kaum noch einer kennt, gezeigt. Bei der
Eröffnungsfeier am Freitag stand der Schauleitung die Freude, über den Zuspruch
dieser Präsentation bei den Züchtern, im Gesicht geschrieben. Das Anspielen des
Bucholzer Taubenliedes zauberte bei manch einem Besucher ein Lächeln ins
Gesicht, brachte aber ebenso ein Stück Rückbesinnung auf die Leistungen unserer
Väter und Großväter mit sich. Dass diese Schau ein wahrer Besuchermagnet war
zeigten die an allen 3 Schautagen vollen Reihen zwischen dem Rassegeflügel und
lässt sich an der Gesamtbesucherzahl von über 1000 Personen festmachen.

Und immer noch nicht genug – auch das was sich dem Züchterauge in den Käfigen
bot war allererster Güte. Dies zeigen u.a. die 52 vergebenen Höchstnoten und die
noch weitaus höhere Anzahl an HV-Noten. Unter der Vielfalt an Rassen waren auch
106 Federfüßige Zwerghühner zu sehen. Dies war schon eine enorme Meldezahl und
zeigte auch, dass das Erzgebirge eine Hochburg der Federfußzucht ist, was nicht
zuletzt beim Betrachten der SV-Geschichte deutlich wird.
Die herausragenden Exemplare zeigten:
Zu erwähnen ist des weiteren, dass auch die bärtige
Federfußvariante im gelben und roten Farbenschlag in ansehnlicher Qualität
präsentiert wurde.
Bleibt zu hoffen, dass nach diesem gelungenen Saisonstart auch die folgenden
Schauen für uns Federfußzüchter derart erfolgreich sein werden.
Ruben Schreiter