Der folgende Beitrag wurde in der Landesverbandsinformation 2010 des LV Thüringen veröffentlicht.
Federfüßige Zwerghühner sind auch für Anfänger gut geeignet
Arno Löser gibt Tipps und stellt die Rasse vor
Unsere Federfüßigen Zwerghühner sind eine
der ältesten, wenn nicht die älteste Kulturrasse überhaupt. Deutsche Züchter
haben sich so um die Zeit von 1860 - 1870 um die Federfüßigen Zwerghühner
bemüht, die aber noch sehr vereinzelt und in großer räumlicher Trennung. Dies
hatte zur Folge, dass sich die Tiere rein äußerlich doch sehr unterscheiden. Die
im Jahre 1911 erfolgte Gründung der „Vereinigung der Züchter Federfüßiger
Zwerghühner", dem Vorläufer unseres heutigen Sondervereins bescherte den
Federfüßigen Zwerghühnern eine tatkräftige Züchtergemeinschaft, die diese Rasse
ständig erfolgreich bis in unsere heutigen Tage begleitet. Die Rassebezeichnung
Federfüßige Zwerghühner wurde ab der Gründung des Sondervereins 1911 eingeführt.
Aus dieser Zeit resultiert auch die erste
Musterbeschreibung,
die bis auf Farbenschlagergänzungen bis heute keine grundlegenden Änderungen
erfahren musste. Der Erste, aber ganz besonders der Zweite Weltkrieg haben den
Züchtern und ihren Federfüßigen Zwerghühnern sehr große Verluste zugefügt. Der
Zweite Weltkrieg wurde zwar auf dem Papier 1945 beendet, durch die Teilung
Deutschlands kam es gezwungenermaßen zu zwei Sondervereinen. Obwohl beide SV den
Standard buchstabengetreu beibehalten haben, ist es in den Jahren der Trennung
doch dazu gekommen, dass es Unterschiede gab. Besonders die Dreifarbigen zeigten
im Gebiet der SZG bessere Zeichnungen, die Tiere des Züchter des SV den besseren
Typ. Bei den einfarbigen Federfüßigen Zwerghühnern gab es keine und wenn auch
nur ganz geringe Unterschiede. Die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes im
Jahre 1989 brachte uns wieder einen gemeinsamen Sonderverein. Es war ein neues
Zusammenseinwollen ohne Probleme. Unsere schönen Federfüßigen Zwerghühner haben
in all den Jahren an Ausstrahlungskraft und Faszination nicht verloren. Dafür
sprechen die zurzeit 320 SV-Mitglieder, die sich mit dem Urzwerghuhn
beschäftigen.
Oft höre ich von Uneingeweihten die Frage “Was züchtest Du?" Auf meine Antwort:
„Federfüßige Zwerghühner" höre ich dann: Die hatte ich in meinen jungen Jahren
auch." Ich auch - aber ich habe sie nach 58 Jahren immer noch. Sie sind eben
nicht nur etwas für Anfänger, sie sind auch etwas für ein Leben lang. Wenn die
Wahl auf Federfüßige Zwerghühner gefallen ist, so ist es aufgrund der guten
Verbreitung der Rasse auch nicht schwer, sich diesen Wunsch zu erfüllen. Der SV
führt auf seinen Internetseiten www.federfuss.de eine Liste mit Namen von
Züchtern und den von ihnen gezüchteten Farbenschlägen.
Leichte Aufzucht und
Haltung
Die
Eier der Federfüßigen Zwerghühner sind kunstbrutfest. Die Aufzucht der Küken
bereitet keine Probleme. Sie stellen keine anderen Ansprüche, was Raumtemperatur
und Fütterung anbelangt als sonstiges Hühnergeflügel. Was die Fußbefiederung
betrifft, so ist eine besondere Pflege unumgänglich. Für die Einstreu im
Kükenstall eignet sich Hächselstroh-Hobelspäne-Gemisch, auch kann feiner Sand
Verwendung finden. Kommen Hobelspäne zum Einsatz, sollten diese gereinigt sein,
da in den Spänen befindliches Schleifmehl zu Augenentzündungen führen kann.
Besonders in den ersten drei Lebenswochen kann es vorkommen, dass sich Kot um
die Zehenspitzen der Küken schließt. Bleibt selbiges unerkannt, können die
betroffenen Zehenspitzen absterben. Stellt man derartiges fest, muss vorsichtig
beim Entfernen des abgetrockneten Kots umgegangen werden. Aber am besten ist
Abweichen. Um eine ordentliche .Fußbefiederung zu erhalten, müssen wir besonders
den Jungtieren nicht zu eng bemessene Stallfläche zur Verfügung stellen.
Auch sollten die Eingangslöcher zu den Stallungen nicht enger als 20 cm sein.
Jungtiere entwickeln sich in Rasenausläufen besonders gut. Diese müssen aber
ständig kurz gehalten werden. Für Schattenspender in den Ausläufen sind die
Tiere dankbar, sie verhindern auch das Ausbleichen der Grundfarbe bei einigen
Farbenschlägen (z.B. gelb, gestreift, perlgrau). Baumschnitt oder sonstiger
Abfall gehören mit Blick auf eine wenig abgestoßene Fußbefiederung in keinen
Auslauf.
Wie wünschen wir uns aber nun ein
Federfüßiges Zwerghuhn?
Wir
wünschen es uns etwas niedrig gestellt; mit einer kurzen, natürlich breiten und
gut gerundeten Form. Was die Standhöhe angeht, so soll eine Bodenfreiheit
vorhanden sein. Tiere, die mit ihrer Unterlinie den Boden berühren, entsprechen
nicht dem Standard.
Momentan gibt es bei den Federfüßigen Zwerghühnern 24 anerkannte Farbenschläge.
Diese 24 Farbenschläge sind auch allesamt mit Bart anerkannt, allerdings nicht
durchweg vorhanden. Obwohl für die Federfüßigen Zwerghühner ein Standard gilt,
erklärt es sich von selbst, dass es bei einer derartigen Vielzahl von
Farbenschlägen, was die Form angeht, noch Unterschiede gibt. Die vollendetsten
Formen sieht man in der Breite bei den einfarbigen Farbenschlägen. Hier kann man
mit einer kurzen breiten und flaumreichen Feder züchten. Dies führt eher zu der
vollen runden und im Rücken kürzeren Form. Andererseits kann man bei den
Dreifarbigen, zu denen ja die Goldporzellanfarbigen gehören, auf einer längeren,
etwas schmaleren Feder mit etwas weniger Flaum eine exakte birnenförmige Tupfe
mit einer scharf abgesetzten weißen Perle vollendeter erreichen. Hieraus
resultiert natürlich ein längerer Rücken mit nicht der erwünschten Schulter und
Sattelbreite. Dass man beides erreichen kann, beweisen immer öfter gezeigte
Spitzentiere. Hier gibt es noch züchterische Arbeit zu leisten. Um diese
Idealtypen zu erzüchten, sollten natürlich Hähne wie Hennen einen kräftigen und
eine Idee nach hinten gebogenen aber dennoch aufrecht getragenen Hals haben. Der
kräftige Halsbehang geht im Idealfall in einen sanften Bogen auf den Rücken
über. Eine gut ausgerundete Brust, die aber angehoben getragen wird sowie eine
breite abgerundete Schulter komplettieren die Rundungen der Vorderansicht. Der
Rücken mit ausgeprägter Sattelbreite geht gut ausgerundet und abgedeckt in die
Schwanzpartie über. Die Flügel werden verhältnismäßig lang und abgesenkt
getragen. Beim Hahn und auch bei der Henne ist eine gefächerte aber dennoch
geschlossene Schwanzpartie gewünscht. Je breiter die Steuerfedern sind, umso
möglicher ist es, bei guter Fächerung eine geschlossene Schwanzpartie zu haben.
Hähne Federfüßiger Zwerghühner haben eine gestreckte (säbelförmige) Sichel, die
die oberen Steuerfedern nicht mehr als 2 - 3 cm überragen sollte.
Die
Fußbefiederung, die ja ein Markenzeichen unserer Federfüßigen Zwerghühner ist,
wird füllig, dies soll heißen, am ganzen Fuß geschlossen verlangt. Dies ist nur
mit einer gut befiederten Mittelzehe zu erreichen. Gänzlich fehlende
Mittelzehenbefiederung, ob beid- oder einseitig, ist ein grober Fehler. Im
Idealfall bildet die Fußbefiederung einen Teller. An den Schenkeln befinden sich
die Stulpen, auch Geierfersen genannt, selbige sollen zwar klar hervortreten,
aber nicht überlang sein. Federfüßige Zwerghühner haben einen mittelgroßen Kopf,
den ein nicht zu großer oder grober Kamm mit einem regelmäßigen Kammschnitt und
nicht schmal angesetzten Zacken ziert. Ohne aufzuliegen soll die Kammfahne der
Nackenlinie folgen. Die Kehllappen werden mittelgroß, glatt und in der
Vorderansicht geschlossen gewünscht. Der Kopf trägt ein gut hervortretendes Auge
und einen mittellangen kräftigen Schnabel. Die Gesichtsfarbe bei farblosen
Federfüßigen Zwerghühnern ist rot, eingeschlossen die Ohrlappen. Hähne, die
Ohrenblässe oder gar Emaille zeigen, dürfen über die Note gut oder weniger nicht
hinaus kommen. Auch bei Hennen ist Emaille in den Ohrlappen ein Fehler. Bei
Junghennen, die noch nicht gänzlich ausgereift sind oder auch bei Althennen, die
sich in der Ausstellungszeit oftmals in einer Ruhephase befinden, ist der
Hinweis unter Wünsche „Ohrlappen durchbluteter" möglich. Bei unseren bärtigen
Federfüßigen Zwerghühnern müssen wir durchweg Fingerspitzengefühl zeigen. Die
typischsten Vertreter sehen wir hier bei den Einfarbigen. Bärtige Tiere sind in
der Regel in den Schwanzpartien etwas knapper ausgelegt. Bei Spitzentieren mit
Bart müssen Backen- und auch Kinnbart so stark ausgeprägt sein, dass der
Kinnbart die Kehllappen verdeckt. Die oft zu lesende Kritik „Kehllappen zu groß"
müsste eigentlich heißen „Kinnbart zu knapp". Die Farbe des Bartes hat der
jeweiligen Grundfarbe des betreffenden Farbenschlages zu entsprechen. Die
Halsbehangfedern sind bei den Hähnen der bärtigen Variante mähnenartig; bei der
Henne bilden diese die so genannte Halskrause. Die Ausbildung der Mähne des
Hahnes wie auch die Halskrause bei den Hennen sollte frei von Drehfedern sein.
Dies wäre dann ein Fehler. Tiere mit einer unbeschadeten Bartbildung in den
Ausstellungskäfig zu bringen bedarf besonderer Sorgfalt. Dies betrifft besonders
die Fütterung. Verklebte Kinnbärte werden allzu oft ausgefressen. Federfüßige
Zwerghühner begeistern nicht nur durch ihr puppiges Aussehen, sondern auch durch
ihr zutrauliches keckes Verhalten. Eierleistungen von 90 - 150 Stück bei den
meisten Farbenschlägen im ersten Jahr sind keine Seltenheit. Selbst ältere Hähne
bringen noch gute Befruchtung, ohne dass die Fußbefiederung beschnitten werden
muss. Diese guten Eckdaten wie Legeleistung, Befruchtung und Kunstbrutfestigkeit
stehen für ein problemloses Züchten. Für jeden Jungzüchter oder Senior, der an
Federfüßigen Zwerghühnern Interesse findet, sollte ob der großen Farbpalette das
Gewünschte dabei sein. Die im Moment anerkannten 24 Farbenschläge können in vier
Farbgruppen unterteilt
werden. Dies wären die dreifarbigen (getupften) goldporzellanfarbig,
isabell-porzellanfarbig sowie silberporzellanfarbig. Genetisch gehören auch die
gelb mit weißen Tupfen in diese Gruppe. Zu den gezeichneten gehört goldhalsig,
silberhalsig, blau-goldhalsig, orangehalsig, birkenfarbig, weiß- und
gelb-schwarzcolumbia, rotgesattelt, gestreift und kennfarbig. In der dritten
Gruppe sind schwarz mit weißen Tupfen, rot mit weißen Tupfen, perlgrau mit
weißen Tupfen und gelb mit weißen Tupfen. Da die gelben und weißen Tupfen über
die porzellanfarbigen gezüchtet werden, gehören sie wie schon erwähnt, genetisch
zu den Dreifarbigen. Zur Gruppe der Einfarbigen gehören die schwarzen, roten,
gelben, weißen, perlgrauen und blaugesäumten Federfüßigen Zwerghühner. Da der
porzellanfarbige Farbenschlag der am stärksten verbreitetste ist und demzufolge
auch oft zur Bewertung in den Käfigen steht, möchte ich mich im Folgenden mit
diesem Farbenschlag befassen. Da der Standard bindend ist, diesen besonders was
die Farbe des Hahnes anbelangt, im Wortlaut: „HAHN: Kopf dunkel goldgelb, Hals-
und Sattelbehang goldfarbig mit geringer schwarzer Schaftstrichzeichnung und an
den Federenden kleine schwarze Tupfen mit angedeuteter weißer Perle. Rücken,
Schultern und Flügeldecken goldrot, kleine weiße Spritzer beim Althahn
gestattet. Die größeren Flügeldeckfedern gleichmäßig rein satt dunkel goldgelb
mit annähernd birnenförmigen lackreichen, schwarzen Tupfen und angedeuteten
weißen Perlen und den Federenden. Sie bilden zwei Binden; dritte Binde im Ansatz
gestattet. Armschwingen innen schwarz, außen überwiegend dunkel goldgelb, das
Flügeldreieck bildend. Handschwingen schwarz mit teilweise dunkel goldgelbem
Außenrand. Angedeutete weiße Endzeichnung an Hand- und Armschwingen. Brust und
Schenkel gleichmäßig rein satt dunkel goldgelb mit annähernd birnenförmigen,
glänzend schwarzen Tupfen und angedeuteten weißen Perlen am Federende. Schwanz
schwarz mit Grünlack, angedeutete weiße Endzeichnung gestattet. Hauptsicheln mit
schmalem dunkel goldgelbem Saum gestattet. Fußbefiederung überwiegend schwarz.
Untergefieder grau übergehend nach gräulich gelb an der Basis. Lauffarbe
schieferblau, Augenfarbe orangerot bis rot." Wie sehen aber nun die des Öfteren
auftretenden und oft nicht geahndeten Abweichungen aus? Der Hals- und
Sattelbehang der Hähne sollte gegeneinander nur ganz wenig absetzen - je
gleicher, umso besser. Rote Halsbehangfarbe ist ein Fehler. Die Halsbehangfarbe
ist satt goldfarbig mit nicht zu grobem Schaftstrich und zarter Perlung. Ein
rußiger Saum um die Kragenfedern muss als Mangel eingestuft werden. Das
dunkelgoldgelbe Flügeldreieck darf farblich nicht absetzen, es muss gleichmäßig
sein. Bei Alttieren wird es zuweilen von den Rändern her kleiner, da sich in
solchen Fällen schwarzer Farbstoff aber auch im Alter zunehmendes Weiß bildet.
Selbst wenn das dadurch dunkelgelbe Flügeldreieck kleiner wird, soll es in sich
farblich rein bleiben. Nicht immer zeigen die Hähne gut ausgebildete und saubere
Binden. Die Tupfen der Binden müssen bei Althähnen ausgeprägt und in sich
geschlossen sein. Saumartige Bindentropfen sind ein Fehler. Ein grober Mangel
ist Rost in den weißen Perlen der Bindentupfen. Sehr fehlerhaft ist auch Moos
oder Pfeffer in der Grundfarbe von der
Brust
oder den Binden. Was die Zeichnung der Brustpartie angeht, wird eine
gleichmäßige Tupfung bis unter die Kehle verlangt. Jede Tupfe trägt eine saubere
angesetzte weiße Perle, die bei Alttieren natürlich größer ist. Ein nicht oft
auftretender zeichnungsfreier Latz auf der Oberbrust muss als grober Mangel
gelten. Grundfarbe und Tupfung bei Hahn und Henne sollte im Verhältnis 2 zu 1
stehen, zwei Drittel Grundfarbe, ein Drittel Tupfe und Perle. Dies ist die
Gewähr dafür, dass die Grundfarbe sichtbar bleibt. Ist dem nicht so, geht das
faszinierende Zeichnungsbild verloren und man sieht nur schwarz und weiß. Solche
Tiere sind weder etwas für den Ausstellungskäfig, noch sind sie wertvoll für die
Zucht. Die Farbe der Fußbefiederung ist bei beiden Geschlechtern schwarz und
sollte speziell bei Jungtieren wenig Weißanteil zeigen. Das Zeichnungsbild der
porzellanfarbigen Hennen entspricht im Wesentlichen, zwar in zarterer Ausprägung
der Brustzeichnung der Hähne. Die goldgelbe Grundfarbe ist auf der Brustpartie
der Hennen immer eine Idee heller als das übrige Mantelgefieder. Dieser
Unterschied darf aber nicht vordergründig ins Auge fallen, soll eine Bewertung
im sg Bereich möglich sein. Die Aufmerksamkeit darf nicht nur auf eine fast
gleichmäßige, sondern auch reine Grundfarbe gelegt werden. Vordergründig recht
typische Tiere zeigen nicht selten bei der Handmusterung Moos in den Binden, der
Rückenpartie und auch der Unterbrust. In Konkurrenz können mit diesem Fehler
behaftete Tiere kein sg erhalten. Der Zuchtstand bei goldporzellanfarbig ist in
der Breite so gut, dass dies ein Muss ist. Die Farbe der Steuerfedern ist
schwarz, wobei im Federansatz leichtes Goldbraun, welches von den
Schwanzabdeckfedern abgedeckt wird, zu tolerieren ist. Selbiges trifft auch auf
die Handschwingenfarbe zu. Hennen mit lehmiger oder rotbrauner meist stumpfer
Grundfarbe müssen vom sg ausgeschlossen werden, obwohl das Untergefieder
(Flaumfedern) in der Rückenpartie, was die Farbe anbelangt, kein Kriterium für
den Ausstellungskäfig ist. Für den eingeweihten Züchter ist es jedoch sehr
aussagekräftig. Tiere, die ein Untergefieder zeigen, welches von oben gesehen
nicht weiter als zu Hälfte blau bis aschgrau und zum Federkiel hin goldgelb ist,
zeigen mit ganz wenigen Ausnahmen ein lackschwarze Tupfenfarbe und auch die
gewünschte goldgelbe Grundfarbe. Tiere mit durchgehend aschgrauem Untergefieder
zeigen zwar wenige Probleme, was die Tupfen, Schwingen und Schwanzfedern angeht,
allerdings tragen diese Tiere fast immer eine sehr ins Braun gehende und stumpfe
Grundfarbe mit dem verpönten Moos. Tritt der Fall ein, dass das Untergefieder
durchweg gelb ist, haben wir eine leuchtende, etwas hellere aber dennoch
goldgelbe Grundfarbe. Dies wirkt sich aber negativ auf die satt schwarz
gewünschte Tupfenfarbe besonders in der Brustpartie aus. Diese übertrieben
ausgeprägte Goldfarbe im Untergefieder wirkt sich auch negativ auf die Schwanz-
und Handschwingenfarbe aus. Züchten bedeutet natürlich auch Ausgleichsverpaarung
und Selektion. Haben alle zur Zucht eingesetzten Tiere nur Goldfarbe im
Untergefieder und dann dies über Jahre, so wird man feststellen, Gold bis auf
den Grund bringt den Züchter auf den Hund.
An
dieser Stelle möchte ich auch die Flaumfarbe frisch geschlüpfter Küken bei den
goldporzellanfarbigen eingehen. Es schlüpfen farblich zwei Gruppen. Der Flaum
der einen ist goldgelb in unterschiedlicher Ausprägung, während ein meist
geringerer Teil gelblich-weißen Flaum mit fast weißen Köpfen, die so genannten
Weißköpfe, zeigt. Fallen in der Nachzucht nicht mehr als 15 - 20% an Weißköpfen
an, so würde ich den grundfarblichen Hintergrund der Zucht als gut ansehen. Die
mit der goldgelben Flaumfarbe geschlüpften Küken werden in der letzten Feder
überwiegend die gewünschte und auch gleichmäßige Grundfarbe zeigen. Auf
Tupfenform oder auch deren gleichmäßige Verteilung hat es keinen Einfluss.
Extrem ausgeprägte Goldköpfe tragen nicht immer einen Mittelzehennagel und nicht
selten könnte die Mittelzehenbefiederung geschlossener sein. Küken, die als
Weißköpfe schlüpfen, haben wenige Probleme mit der gewünschten ausgerundeten
Figur. Der Grund ist die breitere flaumreiche Feder. Sie zeigen jedoch nach der
letzten Mauser keine goldgelbe, sondern lederbraune Grundfarbe mit durchgehend
blaugrauem Flaumgefieder. Daraus resultiert, dass die Grundfarbe besonders in
der Unterbrustpartie und auf den Decken mit Moos besetzt ist. Auch zeigen die
Weißköpfe ausgemausert ein gröberes Zeichnungsbild, was dazu führt, dass der
Wunsch zwei Drittel Grundfarbe und ein Drittel Tupfe und Perle nicht erfüllt
wird. Dies führt besonders bei Hähnen dazu, dass ihre Brustpartie zu schwarz
erscheint. Tiere mit dem farblichen Hintergrund Weißkopf tragen immer alle
Zehennägel in ausgeprägter Form sowie eine üppige geschlossene Fußbefiederung.
Zur eventuellen Verbesserung von Form, Fußbefiederung, wie auch zum
Stabilisieren der Zehennagelausbildung sind wenige
Hennen in den Zuchtstämmen durchaus einsetzbar. Einen Hahn, welcher als Küken Weißkopf war, würde ich als Zuchthahn nicht empfehlen. Es sei denn man züchtet mit mehreren Stämmen. Hier sollte aber wenigstens Stammschlupf gemacht werden, dass die Abstammung der Küken nachvollzogen werden kann. Auch besteht dann die Möglichkeit, die Küken zu kennzeichnen, wodurch es nach dem Ausmausern fehlerfrei möglich ist, die Abstammung der Tiere zu wissen. Anschließend möchte ich noch zu den vier dreifarbigen Farbenschlägen sagen, was Grundfarbe, Tupfenfarbe und auch die birnenförmig gewünschte Tupfung angeht, können an goldporzellanfarbig wie auch isabellfarbig die größten Forderungen gestellt werden. Bei den silber-porzellanfarbigen zeigen manchmal recht typische Tiere einen unsauberen Kiel in der Bindenpartie. Der Kiel soll bis zum Anfang der schwarzen Tupfen silberweiß sein, ist hier aber oft schwarz. Hennen, die besonders in der Rücken- und Sattelpartie optisch sauber sind, sollten wenn sie in anderen Positionen keinen Mangel zeigen, ein sg nicht verwehrt werden.

Bei den zitron-porzellanfarbigen ist noch zu oft eine zu helle oder auch zu bräunliche Grundfarbe zu sehen. Die gewünschte Zitrofarbe ist noch kein Allgemeingut bei diesem Farbenschlag. Auch was die Tupfenform und die satte schwarze Farbe besonders der Brusttupfen betrifft, gibt es bei diesem Farbenschlag noch züchterische Arbeit. Dabei können die Preisrichter besonders bei diesem Farbenschlag durch zuchtstandsbezogene Bewertung behilflich sein. Typische Form bei richtiger Zitrofarbe und eine über den ganzen Körper der Tiere verteilte Zeichnung sollten im Fordergrund stehen. Kommt dazu dann noch eine geschlossene Tupfung, besser noch eine birnenförmige Tupfe mit gut ausgeprägten Binden, handelt es sich um besonders wertvolIe Tiere. ln diesem Zusammenhang noch ein Wort zu den Außenzehennägeln. Nach wie vor spielt das Vorhandensein dieser Nägel bei einer Bewertung bis sg 95 keine Rolle. Die Noten hv 96 bzw. v 97 dürfen nur auf Tiere mit beidseitig vorhandenen Außenzehennägeln vergeben werden. Als Nägel an den genannten Zehen gelten auch kleinere oder leicht verkrüppelte, so diese gut sichtbar sind. Degenerierte Zehen, welche meist durch verkürzte Zehenglieder hervorgerufen werden, gelten als großer Mangel. Diese Festlegungen des BZA gelten bis auf unbestimmte Zeit. Die Lauffarbe wird bei allen dreifarbigen Farbenschlägen schieferblau gewünscht. Orangerot bis rot ist deren Augenfarbe. Sollten Ausstellungstiere eine braune Augenfarbe zeigen, schließt dies ein „gut" aus. Da bei den nicht speziell genannten zwanzig weiteren Farbenschlägen Lauf- und auch Augenfarbe im Standard andersfarbig benannt sind, wird ein Blick in diesen unumgänglich.
1. Vorsitzender des SV Arno Löser, 99718 Feldengel, Dorfstraße 51, Tel.: 03636/700100