Jugendsprecherinterview

Lieber Ruben Schreiter, zunächst einmal möchten dir alle Vereinsmitglieder zur Berufung in den Vorstand als Jugendsprecher des Sondervereins der Züchter Federfüßiger Zwerghühner recht herzlich gratulieren. Die Besucher der Internetseite möchten den Jugendsprecher näher kennen lernen und seine Ideen für die Zukunft erfahren. 

1. Wie bist du zu dem schönem Hobby der Geflügelzucht gekommen und insbesondere zur Zucht der Federfüße?

Ruben Schreiter: Auf einem Bauernhof im ländlichen Raum aufgewachsen, war ich schon seit meiner frühen Kindheit äußerst tierlieb. Beschränkte sich die Tierhaltung auf unserem Hof zunächst auf Großvieh und einige Legehühner sollte sich dies mit der entstandenen Liebe zu den Federfüßen ändern. „Verliebt“ habe ich mich übrigens bei meinem Großcousin Christian Schaarschmidt, einem langjährigen Federfußzüchter, als 6 jähriger Junge, von dem ich auch meine ersten Tiere erhielt. Vorerst waren es verschiedene Farben, die auch miteinander gekreuzt wurden, rein aus Spaß an diesen wunderbaren Geschöpfen und ohne züchterischen Hintergedanken. Bald aber schon wurde gezielt gezüchtet und es waren nur noch einzelne Farbenschläge. Wie kaum anders zu erwarten folgten hierauf Vereinsmitgliedschaften in verschiedenen Vereinen. Auch das Kontingent an gezüchteten Rassegeflügel wurde größer, wobei die Federfüßigen Zwerghühner stets das non plus ultra waren, sind und auch bleiben werden.

 

2. Die Federfüßigen Zwerghühner werden jetzt in 22 schönen Farbenschlägen jeweils mit und ohne Bart gezüchtet. Welche Farbenschläge züchtest du?

R.S.: Ich züchte gold- und isabell-porzellanfarbige Federfüße, jeweils bartlos, wobei sich auch schon Tiere anderer Farbenschläge, wie zitron-porzellanfarbig und gelb-schwarzcolumbia, in meinen Stallungen wohl fühlten. Die Isabell-porzellanfarbigen besitze ich schon seit den Anfängen meiner Zucht, zum gold-porzellanfarbigen Schlag bin ich erst im Vorjahr gekommen. Hierbei versorgte mich der „Vater der Federfüßigen Zwerghühner“ Ernst Mensinger mit Bruteiern von seinen erstklassigen Stämmen.

 

3. Wie stellst du dir die Arbeit als Jugendsprecher vor und wie ist der Umgang mit den Mitgliedern und vor allem den Jugendlichen im SV?

R.S.: Mit der Einführung des Jugendsprecheramtes zeigt sich unser SV sehr fortschrittlich. Erst von wenigen Organisationsebenen wird diese Position genutzt, beispielsweise vom LV Baden. Das Ziel sollte es sein die Interessen der Jugend verstärkt in die SV-Aktivitäten einzubinden. Die ansehnlichen Meldezahlen auf Groß- und Sonderschauen und die lebenswerte Qualität dieser Tiere zeigt das vorhandene Potential der Jungzüchter und stimmt mich zuversichtlich. Dies lässt auch auf eine recht gute Betreuung der Jugendlichen durch erfahrene Züchter schließen. Zu wünschen wäre eine bessere Beteiligung an den Sommertagungen und Tierbesprechungen bzw. ein persönliches Erscheinen zu den Sonder- und Hauptsonderschauen. Ich werde versuchen diese Jugendmitglieder weiter zu aktivieren und mobilisieren und versuchen ihre Anliegen und Interessen bei evtl. anstehenden zentralen Themen in den Vorstand hineinzutragen. Es muss zum einen gelingen neue Jugendzüchter zu gewinnen und zum anderen die Vorhandenen zu fördern. Hier kann ich nur an alle Züchter unserer Federfüßigen Zwerghühner appellieren, an motivierten Interessenten hochwertige Tiere, Bruteier zu fairen Preisen abzugeben. Neben den genannten Punkten wären auch besondere Aktionen der Jugend innerhalb der SV-Aktivitäten bestrebenswert. Hierbei meine ich z.B. spezielle Präsentationen im Schauwesen. Die im nächsten Jahr der Nationalen angeschlossenen Stammschau unserer Federfüße ist sicherlich dafür eine passende Gelegenheit. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit einige Zeilen von und über die SV-Jugendzüchter in die Festschrift zum 100-jährigen SV-Jubiläum einzubringen.

 

4. Du hast schon viele Artikel in der Fachpresse geschrieben. Wo holst du deine Erkenntnisse her?

R.S.: Die Quellen meiner Erkenntnisse sind sehr vielfältig. Grundvoraussetzung für das Erlangen neuen Wissens ist natürlich die Neugierde bzw. das Bestreben gewisse Sachen zu erfahren. Gerade im Bereich Fütterung/Haltung/Gesundhaltung von Geflügel bin ich bestrebt mich stets weiterzubilden, damit meine Tiere unter möglichst optimalen Bedingungen gedeihen können. Neben dem studieren von Literatur unterschiedlichster Medien, wie Bücher, Fachzeitschriften, Internet etc., mit denen man sich ein gewisses züchterisches Grundwissen aneignet, sind es v.a. Gespräche mit Züchtern und Preisrichtern, Tierbesprechungen, Fachvorträgen uvm., die den Erkenntnishorizont erweitern. Gerade Tierbesprechungen, wie sie auch unser SV in vorbildlicher Weise durchführt, bieten einem die Möglichkeit Rassefeinheiten zu erkunden, die letztlich Voraussetzung für eine erfolgreiche Zucht sind. Ebenso ist es für mich immer eine riesen Freude Züchter zu besuchen, deren Stallungen und Tiermaterial zu besichtigen und im kameradschaftlichen Gespräch über unsere Züchterei zu plaudern. Dümmer wird man dabei sicherlich nicht. Erfahrungen aus meiner eigenen Zucht, die im Züchteralltag gemacht werden, sollte ich hier nicht vergessen. Als besonders aufschlussreich und aussagekräftig erweisen sich Schlussfolgerungen aus dem detailliert geführten Zuchtbuch bezüglich Leistungsvermögen, Verhaltensbesonderheiten oder phänotypischer Merkmale.

 

5. Würdest du auch anderen Züchtern der Federfüßigen Zwerghühnern empfehlen, in den SV einzutreten? Welche Möglichkeiten des Engagement siehst du für SV-Mitglieder?

R.S.: Selbstverständlich ist es ratsam für einen jeden Züchter oder Liebhaber unserer wunderschönen Rasse in den SV einzutreten und aktiv am SV-Leben teilzunehmen. Selbst wenn letztgenanntes aus persönlichen oder beruflichen Gründen nicht möglich ist, bleibt man durch die mehrmals jährlich erscheinenden Rundschreiben auf den aktuellen Stand über alles rund um unsere Federfüße. Zum einen sind es also die fachlichen Vorteile, die man mit einer SV-Mitgliedschaft erlangt, die jede Zucht nach vorn bringt. Ein eindeutiger Beweis hierfür ist, dass sich auf überregionaler Ebene erfolgreiche Züchter zumeist im SV engagieren. Die im Jahreszyklus stattfindenden regionalen Tierbesprechungen sollten von jedem interessierten Züchter wahrgenommen werden, zumal diese doch für jedermann erreichbar sind. Hier vermisse ich teilweise die im SV organisierte Jugendzüchterschaft! Gerade sie können vom Erfahrungsschatz der Sonderrichter, die ihre Tiere nach dem gegenwärtigen Zuchtstand besprechen und viele wertvolle Hinweise bezüglich der Rassefeinheiten geben, profitieren. So wird auch evtl. Misserfolgen auf späteren Schauen vorgebeugt. Da auf den TB meist mehrere Sonderrichter und höchst lobenswerter Weise seit seines Amtsantrittes auch auf allen 4 TB Zuchtwart Holger Schwalm, anwesend sind, dienen die TB auch der Vereinheitlichung der Bewertungskriterien unter den Sonderrichtern. Das Bestreben der Züchter sollte es des weiteren sein, zumindest im Turnus einiger Jahre, besser natürlich alljährlich, die HSS und die SS mit Tiermaterial zu beschicken oder sie zu besuchen. Dieses Event bietet beste Möglichkeiten sich über den gegenwärtigen Zuchtstand seiner Farbenschläge zu informieren, sich Zuchttiere zur Verbesserung der eigenen Zucht zu beschaffen und natürlich um neue Züchterfreundschaften zu bilden und vorhandene zu pflegen. Dies stellt auch den 2. Hauptvorteil des SV dar, das freundschaftliche Verhältnis zu vielen Federfußfreunden. Dafür sind neben den anderen Aktivitäten die Sommertagungen an wechselnden Standorten in Deutschland mit erlebnisreichem Rahmenprogramm und vielen gemütlichen Stunden unter Gleichgesinnten, neben dem fachlichen Teil besonders geeignet.

 

6. Die Öffentlichkeitsarbeit ist für jeden Verein überlebenswichtig geworden. Wie stehst du dazu und insbesondere zur Internetpräsentation des Sondervereins?

R.S.: Zweifelsohne stellt die Öffentlichkeitsarbeit einen wichtigen Pfeiler in der SV-Arbeit dar, da ohne sie der Fortbestand des SV kaum gesichert ist. Ziel muss es neben der Werbung für unsere Rasse sein, mehr Verständnis und Interesse für unser Hobby bei Personen zu wecken, die der Rassegeflügelzucht weniger nahe stehen, um derartige Panikmache durch Sensationsjournalismus bezüglich der Vogelgrippe weniger erfolgreich zu machen. Sicherlich würde uns mehr Sachverständnis in breiten Bevölkerungsschichten nicht nur in dieser Position weiterbringen. Hier ist jeder Züchter gefragt den Außenstehenden zu zeigen, dass unser Hobby, welches mit viel Liebe und Zuneigung von uns betrieben wird, nicht gemeingefährlich ist, wie es von etlichen Personen durch Vogelgrippehysterie, staatlichen Qualzuchtattacken, Nachbarstreitigkeitsdebatten uvm. verstanden wurde. Vorbildliche Zuchtanlagen zeigen das Verantwortungsbewusstsein unsererseits gegenüber dem Mitgeschöpf. Hier sei nur an das öffentlichkeitswirksame Geflügelparadies Ernst Mensingers, das des Züchters Sachverstand zeigt und die Schönheit unserer Tiere unterstreicht, erinnert. Für spezielle Werbung für unsere Rasse bzw. unserem SV dienen Darstellungen auf Schauen, wie die Stammschau 2008 in Erfurt, Berichte in der Fachpresse und natürlich der gelungene Internetauftritt, dem im heutigen Multimediazeitalter ungeheuer große Aufmerksamkeit geschenkt wird. Hierfür lieber Rudi ein herzliches Dankeschön und weiter so! Etwas enttäuscht bin ich über die Schreibfreudigkeit für die Presse und das Internet. Hier schlummern in unserem SV noch unentdeckte Talente.

 

Wir danken dir recht herzlich für deine Ausführungen und wünschen dir eine erfolgreiche Arbeit im SV zum Wohle der Federfüßigen Zwerge.

Rudi Ehrhardt

(Presse- und Internetbeauftragter)
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