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Zucht & Haltung

Haltung

Zucht und Haltung der Federfüßigen Zwerghühner funktionieren nicht anders als die anderer Zwerghühner, wenngleich sich ein relativ kurzer und gepflegter Auslaufbewuchs als vorteilhaft für die Präsentation eines Fußwerkes erweist. Es gelten die allgemein gültigen Grundsätze an die Haltungsbedingungen unter denen auch sonstige Rassen gedeihen. Das verhältnismäßig geringe Platzbedürfnis kommt den an vielerorts vorzufinden Umständen natürlich zugute und stellt somit auch einen positiven Faktor hinsichtlich der Verbreitung dar.


 

Kotbretter unter den Sitzstangen bringen Arbeitserleichterung und bessere Hygiene. Als geeignete Einstreu können staubarme Weichholzhobelspäne, Dinkelspelzen, Strohhäcksel oder Pellets und Granulate von Dinkelspelzen bzw. Stroh verwendet werden. Die Schlupflöcher der Stallungen sollten im Sinne des Erhalts der ordentlichen Fußbefiederung mindestens 25 cm breit sein. Die Auslauffläche sollte weitestgehend frei von Stücken ohne Grasbewuchs oder Sandauflage sein, da diese immer ein Verschmutzungs- und Infektionsrisiko darstellen. Kurz gehaltene Grasausläufe mit integrierten Sandbadestellen und schützenden Sträuchern o.ä. erweisen sich als zweckdienlich. Vorteilhaft ist ein jährliches Kalken der Ausläufe.


 

Vor allem während der Sommermonate muss regelmäßig kontrolliert werden, ob Rote Vogelmilben im Stall vorkommen und entsprechend reagiert werden. Zwingende Kontrolle bedarf auch das evtl. Vorhandensein der Nordischen Vogelmilbe, die vornehmlich im Kloakengefieder der Tiere vorzufinden ist. Ein starker Befall während der Zuchtzeit verhindert unter Umständen die Begattung der betroffenen Tiere. Die Bekämpfung beider Parasiten muss eine Woche nach der Erstbehandlung nochmals erfolgen.


Problemlos gelingt die Kunstbrut und Aufzucht. Um im November/Dezember voll entwickelte Vertreter zu besitzen, genügen Schlupftermine im Märzende bis April absolut aus. Bestimmend für die Entwicklungszeit sind natürlich die jeweiligen Haltungs- und Fütterungsfaktoren unter denen die Nachzucht aufwachsen. Die allgemein geläufige getrennte Aufzucht der Geschlechter kommt der Entwicklung beider Geschlechter sehr zu gute, wobei in den Junghahnenherden zumeist Ruhe herrscht, wenn ein rangoberer Althahn integriert ist.


Unter Umständen kommt es in der Aufzucht zu Federpicken, was gravierende Negativfolgen erbringen kann. Um das Risiko für Federpicken zu reduzieren, sollten u.a. folgende Punkte besondere Beachtung bei der Aufzucht finden:

  • Besatzdichte und Gruppengröße möglichst gering halten

  • Stallklima optimieren (nicht zu warm, mangelhafte Luftqualität)

  • Lichtintensität (keine direkte Sonneneinstrahlung im Stall, ggf. vorbeugend Stall verdunkeln)

  • bedarfsgerechtes Futter (Gehalt an Rohfaser, Aminosäuren, Natrium, Magnesium etc.)

  • Futterstruktur (homogenes Mehl- anstatt Pelletfutter)

  • Beschäftigung schaffen (Picksteine, Grünfutternetze, Luzerneballen etc.)


 

Zucht

Wenngleich es sich um keine Rasse mit ausgesprochener Legeleistungsbetonung handelt, ist die Bilanz von 100 bis 150 erbrachten, rund 30 g schweren Eiern im Jahr allenfalls beachtlich. Die große Spanne der jährlichen Legeleistung bezieht sich auf die verschiedenen Farbenschläge und Blutlinien. Selektiv ist das Merkmal der Legeleistung gut beeinflussbar, was dem Züchter die Wege öffnet, stetig dahingehend Verbesserungen zu erzielen. Auf dieser Grundlage gelingt es sehr gut, den notwendigen Grundstock für das selektive Wirken des Züchters, das letztlich den züchterischen Fortschritt bewirkt, zu erreichen. Dabei sollten sich die Selektionskriterien immer auch den Leistungs- und Vitalitätscharakter unseres Rassegeflügels beinhalten. Gerade bei sich erhöhendem Verwandtschaftsgrad der miteinander verpaarten Tiere bedarf dies Beachtung. Gemeint damit sind Eigenschaften, wie Befruchtungs- und Schlupfleistung, Befiederungsgeschwindigkeit, Wachstumsausgeglichenheit oder Blütebeständigkeit. Kommt dazu ein konsequentes Selektieren bezüglich der vielen Feinheiten der Federfußfigur, farb- und zeichnungstechnischen Attributen und allgemeinen Rassemerkmalen steht der erfolgreichen Zucht nichts mehr im Wege.

Fütterung

Grundlage der Fütterung bietet zumeist ein handelsübliches Mischfutter, das die Bedürfnisse sehr gut deckt. Bis zur 10. Lebenswoche haben sich die erhältlichen Kükenaufzuchtfutter gut bewährt, wobei viele Züchter dieses Futter bei den Hähnen bis zur Schauperiode füttern. Das Aufzuchtfutter der Hennen kann ab der 10. Lebenswoche auf Junghennenaufzuchtfutter umgestiegen werden oder das Kükenaufzuchtfutter wird mit 25% Getreide gestreckt.

 

Zur Förderung der Tiergesundheit und der optimalen Körper- und Gefiederentwicklung haben sich u.a. folgende Zusätze bewährt:

  • Grünfutter: je nach Saison frisches Grün (Brennnessel, Löwenzahn, Vogelmiere, Wegerich etc.) oder auch im Handel erhältliches Luzernegrünmehl (2-4%)

  • Bierhefe mit 1-2% im Alleinfutter

  • ölhaltige Samen (Lein, Sonnenblumen, Raps etc.) v.a. bei Farbenschlägen mit geforderten Grünglanz (1%)

  • Fischmehl oder Magermilchpulver (1%)

  • organische Säuren oder Kräuterkonzentrate zur Stabilisierung der Darmfloa über Futter oder Wasser

  • Weizenkleie als Rohfaserkomponente mit ca. 2%


Während der Zuchtperiode haben sich Zuchttier- und Legehennenfutter im Allgemeinen als funktionierend erwiesen. Ein zu hoher Proteingehalt im Futter vermindert durch eine sehr zähe Eihaut und überschüssiges Eiklar den Schlupferfolg. Zu hohe Proteingehalte kommen beispielsweise zustande, wenn neben Lege- / Zuchttierfutter (i.d.R. 16…17,5 % Rohprotein) in beträchtlichen Anteilen proteinreiche Futtermittel wie Fischmehl und Bierhefe oder auch Keimgetreide zugefüttert werden. Wenn die wertvolle Gabe von Keimgetreide praktiziert wird, sollte neben dem Lege- / Zuchttierfutter auch ein Anteil einer rohproteinärmeren Komponente gefüttert werden. Viele Züchter füttern jedoch auch ausschließlich das Zuchttierfutter „aus dem Sack“ und können auf sehr gute Leistungen in der Zuchtperiode verweisen. Während der Zuchtperiode sollte nach Möglichkeit der Lichttag künstlich auf 14 Stunden verlängert werden.

 

Schauvorbereitung

Jeder Züchter ist bestrebt, das genetische Potential seiner Tiere voll auszuschöpfen. Dies geschieht v.a. während der Aufzucht durch möglichst optimale Gestaltung vieler Umwelteinflüsse, die vom Züchter beeinflussbar sind. Hier zählen v.a. Futter, Stallklima, Auslaufgestaltung, geschlechtergetrennte Haltung usw. dazu. Die Schauvorbereitung geht z.T. noch einen Schritt weiter und hat einen entscheidenden Einfluss auf eine erfolgreiche Tierpräsentation auf den Schauen. Jeder Züchter hat dabei sein eigenes Vorgehen, was sich bei ihm bewährt hat.

 

Im Folgenden einige wichtige Punkte in Kurzform, die von vielen erfolgreichen Züchtern praktiziert werden:

  1. Käfiggewöhnung: Hier gewöhnt man die Tiere in gewohnter Einstreu an die für sie bisher unbekannte Umgebung „Käfig“. Sie üben sich in der Futter- und Wasseraufnahme aus den Käfigbechern.

  2. Reinigung der Fußbefiederung und Stulpen: Mit lauwarmen Wasser und etwas Reinigungsmittelzusatz werden Fußbefiederung und Stulpen erst leicht aufgeweicht und dann mit einer Bürste vorsichtig abgebürstet. Zum Schluss noch mit klaren Wasser spülen.

  3. Eintauchen der Handschwingen: Der teilweise zerschlissenen Struktur der Handschwingen kann durch ein Eintauchen in Wasser mit einem Schuss Essig entgegengewirkt werden. Dies sollte ein erstes Mal schon im Spätherbst erfolgen.

  4. Kamm, Gesicht und Kehllappen reinigen: Um die rote Farbe von Kamm, Gesicht, Kehl- und Ohrlappen hervorzuheben sollten diese mit einer Zahnbürste und Wasser von Hautschuppen usw. bereinigt werden.

  5. Vollbad als weitere Möglichkeit: Um die volle Rassigkeit der Schautiere zur Geltung kommen zu lassen, lohnt sich ein Vollbad auf alle Fälle.

 

Die hohlrunde Oberlinie mit vollen, breiten Sattel wird dadurch besonders hervorgehoben. Vor dem Vollbad sind Fußbefiederung und Stulpen vom Schmutz zu befreien (siehe 2.), um das Badewasser nicht zu stark zu verschmutzen. Nach dem Baden müssen die Tiere bei 20-25°C in Ruhe trocken. Je nach Verschmutzungsgrad der Tiere empfehlen sich zwei verschiedene „Waschgänge“, entweder

  • a) Vollbad mit Waschmittelzusatz (Tipp: „Rei in der Tube“), um den Schmutz der Federn zu entfernen und danach mit klaren Wasser auszuspülen. Da durch dieses Waschen das Gefiederfett großteils ausgewaschen wird, sollte man nach dem Waschen die Tiere noch in Wasser mit Essigzusatz und ätherischen Ölen (z.B. „Mentofin“) eintauchen. Somit schließt die Federstruktur nach dem Baden wieder besser.

  • b) Vollbad mit Wasser und Zusatz von ätherischen Ölen und Apfelessig: Hier taucht man die Tiere in das Wasser mit den beiden Zusätzen und entfernt damit den Federstaub und bringt den Gefiederglanz besser zur Geltung.